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Manipur - Juwel von Indien

Ort: Ostindien
Urlaubsart: Kultur | Natur | Spiritualität
Saison: Oktober - April

Manipur und die angrenzenden indischen Staaten Nagaland, Assam und Mizoram umgeben das fruchtbare Tal von Assam. Drei parallele Bergketten und mehrere Flüsse durchziehen den indischen Bundesstaat. Außerdem gibt es in Manipur auch einige große Seen. Nicht ohne Grund trägt der Bundesstaat den Beinamen `Juwel von Indien´, die faszinierende Landschaft lockt immer mehr Besucher nach Manipur und auch die indischen Großstädter fühlen sich bei dem gemäßigten Klima wohl. In Manipur sind hauptsächlich hinduistische Meitheis angesiedelt. Ihre Lebensweise und ihre Kultur sind außergewöhnlich. Kampfsport und klassische Tänze gehören ebenso zu der Kultur der Einwohner wie das farbenfrohe Hitongba Bootsrennen im September.

Karte von Manipur

Manipur und die angrenzenden indischen Staaten Nagaland, Assam und Mizoram umgeben das fruchtbare Tal von Assam. Drei parallele Bergketten und mehrere Flüsse durchziehen den indischen Bundesstaat.

Das Klima Manipurs lädt ab Oktober bis April dazu ein, die Natur des Landes und die Kultur seiner Menschen zu erkunden. Sobald der Monsun, der von Mai bis Ende September das Wetter dominiert, seine Wassermassen hat abregnen lassen und das Land mit saftigem Grün überzogen hat, beginnt die spannende Erntezeit. Während der Wintermonate ist das Klima angenehm mild, und auch das Frühjahr, wenn die Natur die Landschaft mit frischem Grün überzieht und mit bunten Blüten spickt, ist eine besonders reizvolle Reisezeit.

Der Vishnu-Tempel in Bishnupur ist ein aus dem 15. Jahrhundert stammender Tempel, der, wie es der Name bereits sagt, dem Gott Vishnu gewidmet ist.

Der Tempel des Shree Govindajee wurde zur Zeit der Herrschaft des Maharadschas Nara Singh, der von 1844 bis 1850 regiert hatte, im Jahre 1846 errichtet, wurde aber durch das Erdbeben von 1868 weitgehend zerstört. Unter dem Maharadscha Chandrakriti (1859-86) wurde der Tempel in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Er befindet sich neben dem Palast der ehemaligen Herrscher des damaligen Königreichs Manipur. Der Tempel ist  der Gottheit Govinda - eine Inkarnation von Krishna - und ihrem Gefährt Radha gewidmet.

In Manipur werden über das ganze Jahr verteilt Feste der unterschiedlichen Religionen und Stammestraditionen gefeiert:

Die hinduistischen Feste begehen vor allem die überwiegend im Imphal-Tal lebenden Manipuri; sie sind nach dem jeweiligen Mondkalender des Jahres terminiert und ehren in bunten Zeremonien rund um die Schreine jeweils eine der hinduistischen Gottheiten. Ein Beispiel hierfür ist das Yaoshang (Holi)- Festival, das zum Phalguna-Vollmond im Februar/März stattfindet. Es zählt zu den größten und wichtigsten Festen in Manipur. Ein wichtiger Bestandteil ist der von Kindern präsentierte Kreistanz Thabal Chongba.

Im Juli dann wird für zehn Tage das Athis Fest zu Ehren des Lord Jagannatha gefeiert, der den Hindugott Vishnu repräsentiert. Seine Statue verlässt den Schrein in einem „Kang“ genannten Wagen, der von einigen seiner Anhänger gezogen wird. Sie wetteifern miteinander zu seinen Ehren.

Erst im April wird das Neujahrsfest Cheiraoba gefeiert, bei dem verschiedenen Gottheiten eigens zubereitete Gerichte dargebracht werden um sie gütig zu stimmen für die kommende Zeit. Einige Gläubige erklimmen umliegende Hügel als Symbol dafür, im neuen Jahr über sich selbst hinaus wachsen zu wollen und Neues zu erreichen.

Die vor allem in den Bergregionen lebenden Stammesvölker feiern wiederum eigene Feste gemäß ihrer individuellen Tradition. Dazu gehört zum Beispiel das Gang-Ngai-Festival der Kabui Nagas, welches über fünf Tage Ende Dezember/Anfang Januar stattfindet. Nach der zeremoniellen Eröffnung wird geschlemmt, Teilnehmer aller Altersklassen präsentieren rituelle Tänze und es werden Geschenke gereicht.

Am 15. Februar jedes Jahres feiern verschiedene Stämme zusammen ein Fest zum Wiederbeginn der Pflanzzeit, Lui-Ngai-Ni. Mit Gesängen und Tänzen verleihen die Teilnehmer ihrer Freude über das wiedererwachen der Natur Ausdruck, außerdem stärkt das Fest den sozialen Zusammenhalt über die Stammesgrenzen hinaus.

Am 1. November dann schließt das Erntefest Kut den Kreis. Die Stämme der Kuki-Chin-Mizo-Nagas feiern zusammen jeweils in einem der Dörfer. Nach einem Jahr harter Arbeit sind die Vorratslager prall gefüllt und man dankt für die gute Ernte.



Die Stadt Bishnupur mit rund 10.000 Einwohnern darf nicht mit der gleichnamigen rund 70.000 Einwohner zählenden Stadt im Bundesstaat Westbengalen verwechselt werden. Sie liegt nordwestlich des Loktak Sees, der sich im  im Keibul Lamjao Nationalpark befindet. Hier in der Umgebung war es während des Zweiten Weltkriegs zu heftigen Kämpfen zwischen alliierten und japanischen Truppen gekommen. Noch heute besuchen die Nachkommen der gefallenen Soldaten der japanischen Truppen die Gegend, um  ihrer zu gedenken.

Loukoipat ist ein kleiner malerischer See, der zwischen zwei Bergkuppen liegt und gerne von Touristen aber auch Einwohnern aus Bishnupur besucht wird. Der Panoramablick auf das Tal Manipur von den höher gelegenen Hängen der Loukoipat Tourist Lodge ist zweifellos sehr beeindruckend

Imphal ist die Hauptstadt des Bundesstaates Manipur und hat rund 270.000 Einwohner. Es sollte nicht vergessen werden, dass in der Stadt und ihrer Umgebung während des Zweiten Weltkriegs blutige Kämpfe zwischen den britischen Besatzern und den mit Deutschland verbündeten Japanern stattgefunden hatten. Auf zwei Soldatenfriedhöfen liegen die Opfer dieser Kämpfe. Die Stadt ist Sitz des gleichnamigen römisch-katholischen Erzbistums. Im Januar 1973 wurde durch Papst Paul VI. (1897-1978) das Bistum Kohima-Imphal errichtet und am 28. März 1980 in die Bistümer Kohima und Imphal geteilt. Im Jahr 1995  wurde das Bistum Kohima dem Erzbistum Imphal als Suffraganbistum unterstellt. Auch eine Universität hat hier ihren Sitz.

Markt der Frauen: Dieser Markt bzw. Basar ist insofern eine große Besonderheit, da hier nur Frauen als Verkäuferinnen tätig sein dürfen, was wahrscheinlich weltweit nahezu einmalig sein dürfte. Von den Marktfrauen werden u.a. Fisch, Gemüse, Früchte, Kleidung, Tücher sowie diverse Haushaltswaren dargeboten.

Kangla zwar liegt mitten in der Stadt Imphal am westlichen Ufer des Imphal Flusses, aber wegen der historischen Bedeutung haben wir Kangla hier einen Extraabschnitt gewidmet. Von der Antike bis 1891 n.Chr. war Kangla die alte Hauptstadt von Manipur und gilt heutzutage als der heiligste Ort der Manipuris. Hierher wallfahren alle Manipuris, die in Manipur, Assam, Bengalen, Uttar Pradesh, Bangladesch und Myanmar wohnhaft sind. In Kangla sich das Kangla-Fort, dessen wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus der Zeit von König Khagemba (1597-1652 n. Chr.) stammen Sein Sohn Khunjaoba (1632-1666 n.Chr.) erweiterte und verbesserte die Anlagen.

Lamphelpat ist der Verwaltungssitz des Distriks Imphal West, eines der neun Distrikte des Bundesstaates. Die Stadt hat rund 225.000 Einwohner und ist damit nach Imphal die zweitgrößte Stadt im Bundesstaat Manipur. Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen würden, findet man hier eher nicht.

Ukhrul ist der Verwaltungssitz des Distrikts Ukhrul, der rund 190.000 Einwohner hat. Die  etwa 30.000 Einwohner zählende Ortschaft Ukhru liegt auf einer Höhe von rund 1.650 m in den Bergen im Nordosten Manipurs - 80 km nordöstlich von Imphal. Die meisten Einwohner sind Tangkhul - ein meist christlicher Naga-Stamm - die immer mal wieder für einen Anschluss an den Bundesstaat Nagaland plädiert hatten - und das teilweise auch gewaltsam.



Der Keibul Lamjao Nationalpark wurde im Jahr 1977 eröffnet. Der Park hat eine Fläche von rund 40 km². Besonders sehenswert sind die schwimmenden Inseln im hiesigen Loktak-See. Der See ist mit einer Fläche von rund 290 km² der größte Süßwassersee im Nordenosten von Indien. Hier findet man u.a. die Sangais, eine nur hier in den südlichen Teilen des Loktak-Sees lebende Hirschart.

Der Shirui Nationalpark liegt im Distrikt Ukhrul und nur rund 5 km von der gleichnamigen Distrikthauptstadt entfernt. Der höchste Berg in der Umgebung des Parks ist der 3.114 m hohe Khayang. Der Gipfel des Shirui Kashong mit einer Höhe von 2.835 in der Nähe von Ukhrul erlaubt einen fantastischen Blick über die Region, zudem haben hier einige kleinere Flüssen ihren Ursprung. Zwischen Mai bis Juni blüht auf dem Berg die Manipur-Lilie (Lilium Mackliniae) und zieht zahlreiche Besucher und sogar Wissenschaftler hierher. Seltene Vögel wie der Tragopan (fasanenartig) oder der bis zu 90 cm große Burma-Fasan leben am Berg. Zudem findet man hier Tiger und Leoparden. Erwähnenswert ist auch die nahegelegene Kalksteinhöhle Khangkhui Cave, in der die Bewohner der Umgebung während des Zweiten Weltkriegs Schutz gesucht hatten.