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Tripura - facettenreiches Fürstentum

Ort: Nordwestindien
Urlaubsart: Natur | Spiritualität
Saison: Oktober - Februar

Der zweitkleinste indische Bundesstaat besticht mit weiten Teilen unberührter Landschaft, deren Bandbreite vom subtropischen Feuchtwald der höheren Lagen bis zum von Seen durchsetzten Gras- und Sumpfland der südlichen Ebenen reicht, sowie einer exotischen Tier- und Pflanzenwelt; aber auch durch beeindruckende Architektur und fröhliche, vielfältig gefächerte Kultur. Als kleinste der „Sieben Schwestern“, den abseits im Nordosten Indiens gelegenen Bundesstaaten und nur einer einzigen Straße, die Tripura mit diesen anderen Bundesländern verbindet, erreicht das Land gerade erst das touristische Bewusstsein. Hier regierten früher bengalische Fürsten und errichteten beeindruckende Paläste für sich und prachtvolle Tempel für ihre hinduistischen Götter. Sie teilten sich die Region mit den tibet-birmanischen Urvölkern, deren Dörfer sich bis heute einsam gelegen in den höheren Lagen befinden.
Ungewöhnlich ist vor allem wohl die jüngere Geschichte des heutigen Bundesstaats, denn auch unter der Gewaltherrschaft der britischen Ostindienkompanie behielt der Fürst von Tripura seine Regierungsgewalt - obschon sein Reich an Fläche verlor. Erst nach Ende der britischen Herrschaft schloss sich das Fürstentum in einem selbstständigen Akt der jungen indischen Republik an und erhielt Anfang der 1970er Jahre die vollen Rechte eines Bundesstaats.  

Karte von Tripura

Als kleinste der „Sieben Schwestern“, den abseits im Nordosten Indiens gelegenen Bundesstaaten und nur einer einzigen Straße, die Tripura mit diesen anderen Bundesländern verbindet, erreicht das Land gerade erst das touristische Bewusstsein.

In Tripura herrscht heißes, tropisches Monsunklima. Die angenehmste Reisezeit liegt daher im Winter, in der Zeit von Oktober bis Februar, allenfalls bis April. Zwar ist die Niederschlagsmenge im März und April noch nicht allzu hoch, allerdings ist es jetzt mit Tagestemperaturen zwischen 31°C und 35°C sehr heiß.

Abseits der Städte finden sich Steinmalereien und Schnitzereien im Fels, als Zeugnisse der frühen Besiedlung durch die Stammesvölker und ihren animistischen Riten. Den Stämmen sind auch einige interessante Museen und Ausstellungen in Agartala gewidmet.

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, viele versuchen jedoch, sich mit Kunsthandwerk ein Zubrot zu verdienen und stellen Töpfereien und Körbe her. Feste und Tänze sind ein fester Bestandteil Tripuras. Garia Puja, Kharchi Puja, Ker und Ganges Puja gehören zu den wichtigsten Feierlichkeiten.



Agartala ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tripura und erstreckt sich nur rund 2 km von der Grenze zu Bangladesch. Die Stadt hat rund 400.000 Einwohner, die größtenteils Bengalen sind. Zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft war Agartala die Hauptstadt des indischen Fürstentums Tripura, das 1949 dem 1948 unabhängig gewordenen Staat Indien beigetreten war. Aber erst 1971 wurde Tripura ein indischer Bundesstaat. Der vorletzte Herrscher des Fürstentums war Bir Bikram Kishore Debbarma (1908-1947). Er gilt als der Vater der modernen Architektur in Tripura, da die gesamte Planung des heutigen Tripura während seiner Herrschaft eingeleitet wurde. Er ließ auch den ersten Flughafen in Tripura errichten. Sein Sohn Kirit Bikram Kishore (1933-2006) herrschte als sein Nachfolger noch zwei Jahre bis 1949 – dem Jahr des Anschlusses an Indien.

Neer Mahal ist ein sehenswertes Wasserschloss am  rund 2,4 km² großen Rudrasagar-See - etwa 15 km westlich von Udaipur gelegen. Es wurde im Jahr 1930 als Sommerschloss für den Maharadscha Bir Bikram Kishore Debbarma  (1908-1947) – den vorletzten Herrscher des Fürstentums Tripura - errichtet.

Ujjayanta-Palast: Dieser imponierende und schneeweiß glänzende Palast wurde im Jahr 1901 erbaut. Er liegt an einem kleinen See und um ihn herum befinden sich mehrere Tempel und ein schöner und großer Garten. Er ist der frühere Königspalast des damaligen Fürstenstaates von Tripura. Bis zum Beitritt von Tripura zu Indien im Oktober 1949 residierte hier die herrschende Manikya Dynastie. In dem Ujjayanta-Palast ist heutzutage ein Museum untergebracht.

Die hiesige rund 24.000 Einwohner zählende Stadt darf nicht mit der Großstadt Udaipur in Rajastan verwechselt werden. Udaipur, die frühere Königsstadt, liegt rund 50 km südlich von Agartala. Hier findet man als besondere Sehenswürdigkeit die Residenz der früheren Manikya-Synasie. Der Palast erstreckt sich entlang des Sees Jagannath Dighi. Außerdem befinden  sich an dem See die Ruinen des Jagannath-Tempels. Jeder, der Tripura besucht, sollte einen Besuch dieses früheren Tempels nicht auslassen. Die Ruinen bzw. Überreste dieses Tempels liegen ganz in der Nähe der früheren Residenz der Manikaya-Dynastie am Ufer des gleichnamigen Sees in der alten Königsstadt Udaipur - rund 50 km südlich von Argatala.

Tripura Sundari-Tempel: Der Tempel befindet sich in Udaipur – rund  50 km von Agartala entfernt. Dieser Tempel auf einem kleinen Hühel  gilt als seiner der heiligsten hinduistischen Tempel der Region. Die in Rot gewandeten Priester dienen der Gottheit  Tripura Sundari. Der Tempel wurde unter der Herrschaft des Maharadschas Dhanya Manikya (1463-1515) im Jahr 1501 n. Chr. errichtet.

In Unakoti befindet sich eine berühmte Felsenanlage. Man findet hier Hunderte in Stein gemeißelte menschliche Köpfe und Tierfiguren. Herausragend sind dabei der 30 m hohe Shiva-Kopf (Unakotiswara Kal Bhairava) mit einem Kopfschmuck und die riesige Figur von Ganesha, die eine besondere Erwähnung verdienen. Die Figuren stammen vermutlich aus dem 7. bis  zum 9.. Jahrhundert. Bei der Anlage handelt es sich um einen früheren Wallfahrtsort zur Anbetung des Gottes Shiva. Auch Reste alter Tempel stehen hier. Jährlich findet hier ein großes religiöses Fest statt, das als Ashokastami Mela bekannt ist. Die Anlage liegt rund 180 km nordöstlich der Hauptstadt Agartala.



Der Nebelparder Nationalpark wurde im Jahr 2007 errichtet. Der Park umfasst eine Fläche von rund  5 km². Der Park ist Teil des 18,5 km² großen Sepahijala Wildtier Schutzgebietes (Sepahijala Wildlife Sanctuary). Er liegt rund 25 km vom Zentrum der Stadt Bishalgarh entfernt. Bishalgarh ist das Verwaltungszentrum des Distrikts Sepahijala. Der Park beinhaltet einen botanischen Garten und einen Zoo. Wie der Name besagt, ist der Park bekannt für sein hiesiges Nepelparder-Gehege. Daneben findet man u.a. diverse Affenarten und Mungos. Zudem erfreuen um 150 Vogelarten die Besucher. Auf den beiden Seen Abasarika and Amrit Sagar Lakes kann man Bootfahren.

Der Nebelparder gehört zur Familie der Katzen und Unterfamilie der Großkatzen. Er sieht ein wenig den Leoparden ähnlich, ist aber kleiner und hat auf einem Fell größere nebelartige Flecken, nach denen er benannt wurde. Die Tiere erreichen eine Länge von etwa 60 bis 100 cm und eine Schwanzlänge von eta 60 bis 90 cm. Die Schulterhöhe beträgt um die 40 cm. Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 15 und 25 kg. Mit seinen relativ kurzen Beinen und dem langen Schwanz kann er gut klettern, wobei die langen Krallen zudem wie Steigeisen wirken. Die Tiere kommen im Südosten von Asien vor und hier in freier Wildbahn u.a. in einer Reihe von Nationalparks  von Indien.

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