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Sikkim - Bergstaat mit viel Natur

Ort: östl. Himalaya
Urlaubsart: Kultur | Natur | Aktiv
Saison: März - Juni

Meist wird eine Fahrt nach Sikkim bequem mit einem Aufenthalt in Darjeeling verbunden. Sikkim eignet sich gut für ausgedehnte Wandertouren in einer faszinierenden Bergwelt und hat einige sehr schöne buddhistische Klöster. Rumtek, Pemayangtse, Enchey sind Beispiele für mahayanabuddhistische Klöster, in denen noch heute von den Mönchen lebendiger Glaube praktiziert wird. Auf den Wanderwegen hat der Besucher zahllose Gelegenheiten, die farbige Flora der Bergwelt kennenzulernen. Blauer Mohn, Magnolien, Riesenlilien (bis zu 3 m hoch) und vor allem wilde Orchideen in zahllosen Varianten werden ihm begegnen. 2011 beschloss die Regierung Sikkims, bis 2015 komplett auf Bio-Landwirtschaft umzustellen. Durch weitreichende Umweltschutzmaßnahmen und sanften Tourismus soll der größte Schatz Sikkims, die intakte Natur, erhalten bleiben.

Karte von Sikkim

Sikkim ist ein kleiner Bergstaat im Osten des Himalaya Gebirges. Er umfasst eine Fläche von 7.096 km² und hat eine Bevölkerungszahl von 610.577. Die Landessprachen sind Nepalesisch, Lepcha, Limbu, Tibetisch, Hindi und die Amtssprache Englisch. Der Staat wird im Westen, Nordosten und Südosten von Nepal, Tibet (Volksrepublik China) und dem Königreich Bhutan umgeben. Die Hauptstadt und gleichzeitig die größte Stadt Sikkims ist Gangtok. 

Nahezu der gesamte Bundesstaat ist hügelig, mit dem Gipfel des Kangchenjunga (8.586 m) als höchster Punkt des Staates. Er ist der dritthöchste Berg der Erde und liegt auf der Grenze zwischen Sikkim und Nepal. Der Teesta ist der größte Fluss des Bundesstaates, er wird auch als Lebenslinie Sikkims bezeichnet und durchläuft das zumeist bewaldete Gelände von Norden nach Süden. Bevölkert sind lediglich die Ausläufer der Himalayas im Süden des Staates.
In den Tälern findet man subtropisches Klima vor. Oberhalb von 1.000 m ist das Klima gemäßigt und die Temperaturen übersteigen nur selten 28°C. Im Winter sinkt das Thermometer in dieser Höhenlage kaum unter die 0°C. Dagegen sind die Gipfel der Berge das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt. Sikkim ist eine der feuchtesten Regionen der Himalayas und einer der wenigen indischen Bundesstaaten, in denen regelmäßig Schnee fällt.



Gegenüber dem Kloster Rumtek befindet sich das Karma Shri Nalanda Institut für buddhistische Studien. Man findet hier sehenswerte Wandgemälde und zahlreiche wertvolle Kultgegenstände. Ein besonderes Erlebnis sind die hiesigen Feiern zum tibetischen neuen Jahr. Und während des Sommerfestes werden Episoden aus dem Leben von Padmasambhava rezitiert – allerdings für sprachunkundige Besucher nicht verständlich. Padmasambhava, auch als Guru Rinpoche bezeichnet, brachte im Verlauf des 8. Jahrhunderts den Buddhismus von Indien nach Tibet.

Das 1984 errichtete buddhistische Kloster Kundrak Ling befindet sich bei der Ortschaft Phagri. Schon von weitem sind die zahlreichen weißen Gebetsfahnen am Straßenrand zu sehen. Die hiesigen Mönche fallen besonders durch ihre Gelbmützen auf. Man betritt das Kloster auf ausleihbaren Tempelsocken durch ein schönes und buntes Eingangstor.

Kloster Pemayangtse - Das Kloster liegt auf einer Höhe von über 2.000 m und ist Sitz des Nyngma-Ordens. Es gehört zu den ältesten buddhistischen Zentren Sikkims. Das Kloster wurde 1705 gegründet, aber 1913 durch ein Erdbeben zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Man sieht um das Kloster herum viele Gebetsfahnen und Räucheröfchen. Hinweis: Im Kloster ist das Fotografieren streng verboten.

Das buddhistische Phodong-Kloster liegt rund 40 km von Gangtok entfernt in der Ortschaft Podong. Mit dem Bau des Klosters wurde unter dem König Gyurmed Namgyal begonnen, der aber 1733 verstorben war. Danach wurde der Bau von Priestern und Laien 1740 fertiggestellt. Aber es wurde später durch ein Erdbeben so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Erst 1977 wurde ein neues und zudem größeres Kloster errichtet. Hier leben die Anhänger des Kagyü-Ordens. Das Gebäude ist in seinem Inneren mit schönen Malereien verziert. Man findet hier auch eine Statue des 9. Karmapa. In einem Hinterzimmer wurde eine Statue von Mahakla, der Kloster-Schutzgöttin, aufgestellt.
 
Rabdenste war früher die Hauptstadt von Sikkim. Heutzutage sind aber nur noch Ruinenreste zu sehen. Die Ruinen auf der Spitze eines Hügels sind mittlerweile gut restauriert, darunter befindet sich der Königspalast, Chorten und ein königliches Kloster mit einem Steinthron und Reliefs der drei Schutzheiligen von Sikkim. Chorten sind lokale Weiterentwicklung eines Stupa. Man erreicht die Ruinen nach einem ca. 20-minütigen Marsch durch lichten Dschungel.

Rumtek auch Dharma Chakra Centre genannt liegt rund 25 km von Gangtok entfernt. Das Kloster ist derzeit das größte in Sikkim. In einer goldenen Stupa befinden sich Überreste von Rangjung Rigpe Dorje (1924-1981), des 16. Karmapas. Das Kloster wurde vom 9. Karmapa (1556-1603) in Tibet errichtet, war aber im Laufe der Zeit zu einer Ruine verfallen. 1959 war der 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje mit einem Gefolge, darunter Mönche und Laien, aus dem 1950 von China okkupierten Tibet nach Sikkim geflohen, um die Lehren des tibetischen Buddhismus vor der Zerstörung zu retten. Er wählte Rumtek als seinen neuen Sitz und errichtete oberhalb des alten Klosters das neue Kloster Rumtek, das 1966 eingeweiht wurde.



Gangtok liegt auf einem Bergkamm in einer Höhe von rund 1.700 m. Die Stadt hat rund 30.000 Einwohner und ist ein Zentrum des tibetisch geprägten Buddhismus mit einer Reihe von Klöstern. Bei gutem Wetter kann man von hier aus die Gipfel des 8.586 m hohen Kanjenjunga erblicken - des höchsten Berges von Sikkim sowie ganz Indiens. Im Zentrum der Stadt, das sich um die Mahatma Gandhi Road erstreckt, liegen zahlreiche bunte Läden sowie das Touristen-Informationszentrum. In der Stadt verkehren Taxis, wobei größere Distanzen in die Umgebung von Sammeltaxis vorgenommen werden. Erwähnenswert ist, dass Gangtok die einzige indische Hauptstadt mit einer Seilbahn ist, deren Fahrtstrecke jedoch etwas weniger als ein Kilometer beträgt. Sie diente früher nur den hiesigen Ministern als Transportmittel, ist aber heutzutage für den öffentlichen Verkehr geöffnet. Die einzige Straße nach Gangtok ist schlecht ausgebaut und führt vom 115 km entfernten Shiliguri über Kalimpong hierher. Den Verkehr zwischen den Städten der Umgebung leisten Busse, Kleinbusse und private Jeeps. Der nächste Bahnhof befindet sich im 125 Kilometer entfernten New Jalpaiguri - einem Vorort von Shiligur in Westbengalen. Der nächste Flughafen ist der "Bagdogra Airport", der rund 15 km außerhalb von Shiliguri liegt. Von dort aus wird Gangtok von einem Helikopter-Flugservice angeflogen.

Bakthang Wasserfall - Der Wasserfall liegt in der Nähe des Tashi View Point und daher nur wenige Kilometer von Gangtok entfernt. Der Wasserfall ergießt sich über eine Reihe von Stufen über Schlingpflanzen hinweg. Er ist nicht unbedingt spektakulär aber dennoch sehenswert. Das Wasser kommt von dem Fluss Ratey Chu, der die Hauptwasserquelle für Gangtok bildet. Der Ratey Chu stammt aus einem Gletschersee auf einer Höhe von 3.800 m.

Do-Drui-Chorten - Diese Stupa wurde von Trulshik Rinpoche (1924-2011), dem Oberhaupt des Nyingma-Ordens im Jahr 1945 errichtet. In dem Gebäude werden heilige Bücher des Buddhismus aufbewahrt sowie weitere religiöse Gegenstände. Die Stupa ist von 108 Gebetsmühlen umgeben, zudem erinnern zwei große Statuen an den Schutzheiligen des Ordens, den Guru Rinpoche.

Das Enchey-Kloster liegt rund 5 km außerhalb von Gangtok. Das Kloster wurde in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts errichtet und ist mittlerweile über 200 Jahre alt. Bunte Gebetsfahnen schmücken den Zugang zum Kloster, die von einer Zeder zur nächsten gespannt sind. Das Kloster ist ein wichtiger Sitz des Nyngma-Ordens (Rotmützen). Als Nyingmaschule werden die Anhänger der ursprünglichen Übersetzungen der Lehren von Buddha ins tibetische bezeichnet. Der Klostereingang ist mit kunstvoll geschnitzten und bunt bemalten Pfeilern versehen. Sehenswert sind die im Januar mit fröhlichen Maskentänzen hier stattfindenden Chaam-Zeremonien.

Das „Institut of Tibetology“ wurde 1957 nach der Besetzung Tibets durch China zum Erhalt buddhistischer Schriften gegründet. In vielen Glasschränken sind rund 35.000 Schriften von verschiedenen Klöstern aufbewahrt. Zudem findet man hier gemalte und gestickte Thankas, die Meditationsbilder oder Buddha darstellen. In den Vitrinen stehen zahlreiche kleine Buddha- und Bodhisattvastatuen. Unter Bodhisattva versteht man im Buddhismus erleuchtete Menschen.  

Das Institut der Baumwollindustrie (Institute of Cottage Industry) wurde im Jahr 1957 gegründet. Es hat keinerlei religiösen Bezug, sondern präsentiert das traditionelle Kunsthandwerk und die Baumwollverarbeitung in Sikkim. Besucher können hier sehr schöne handgefertigte Webarbeiten käuflich erwerben.

Tashi View Point - Diese Aussichtsplattform befindet sich in Tashi, etwa 8 km von der Gangtok entfernt. Von hier aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Kanchenjunga. Bei Sonnenaufgang erscheinen die Gipfel sogar in wechselnden Farben – ein spektakulärer Anblick. Von der Straße her führt eine steile Treppe zu der halbkreiskreisförmigen Aussichtsplattform. Es gibt hier auch ein Geschäft für Tee, Kaffee, Snacks sowie Geschenke & Souvenirs.



Der Khangchendzonga Nationalpark wurde im Jahr 1977 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 1.785 km². Der Nationalpark hat seinen Namen von dem gleichnamigen 8549,5 m hohen Kanchenjunga (Kangchendzönga), dem höchsten Berg von Sikkim und von Indien. Der Nationalpark erstreckt sich von einer Höhe von 1.830 m bis zum Gipfel des Kanchenjunga. Im Norden grenzt der Park an die Qomolangma National Nature Preserve in Tibet und im Osten an das Kanchenjunga Conservation Area in Nepal. In dem Park findet man eine Reihe von Gletschern - einschließlich des Zemu Gletschers. Dieser Gletscher ist mit einer Länge von rund 25 km der größte und bekannteste Gletscher im östlichen Himalaya. Erbefindet sich in einem großen u-förmigen Tal am Fuß des Kangchenjunga Massivs. Der Teesta River entspringt der Zunge des Gletschers. Der Kanchenjunga und die höheren Gletscherregionen können nur von erfahrenen Bergsteigern bzw. Seilschaften bestiegen bzw. begangen werden. Innerhalb des Parks gibt es ein paar Lepcha-Stammes-Siedlungen.
Zur Vegetation des Parks gehören gemäßigte Laub- und Mischwälder, die aus Ahorn, Birken,  Eichen, Tannen oder Weiden bestehen, während in den höheren Lagen alpine Gräser, Büsche und Sträucher  sowie einige Heilpflanzen und Kräutern dominieren.
In dem Park leben viele Säugetierarten, so beispielsweise Blauschafe, Faultiere, Gorale (ziegenähnliche Tiere), Himalaya Tahr (ziegenartiges Tier), Himalaya-Schwarzbären, wilde Hunde, Moschustiere, Nebelparder, Rote Pandas, Schneeleoparden, Tibetische Wildesel, Serows (ziegen- bzw. antilopenähnliche Tiere), Takine (Rindergemse oder Gnuziege) sowie Zibetkatzen.
Bei den Reptilien sind u.a. Königskobras, Monokelkobras, Nordöstliche Bergkraits (Northeastern Hill Krait), Rattenschlangen, Russell-Vipern oder Schwarze Kraits zu erwähnen. Bis auf die Rattenschlangen sind alle anderen sehr oder sogar extrem giftig.
Zudem leben über 550 Vogelarten in dem Park, so beispielweise Adler, Bartgeier, Fasane, Fischadler, Grüntauben, tibetische Königshühner, Prachtkuckucke, Satyrtragopane (fasanenartige Tiere), Schneegeier, Schneetauben. Der Nationalpark wurde am 17. Juli 2016 in die Liste der UNESCO - Weltkulturerbestätten eingeschrieben.
Der Khangchendzonga (Kangchendzönga) ist mit einer Höhe von 8.586 m nach dem Mount Everest und dem K2 der dritthöchste Berg der Erde. Zudem ist er der höchste Berg von Sikkim und von Indien. Die Erstbesteigung erfolgte am 25. Mai 1955 durch die Briten George Band (1929-2011) und Joe Brown (geb. 1930). Erwähnenswert ist, dass sie den Glauben der Bewohner Sikkims, die den Gipfel als heiligen Berg verehren, dadurch ehrten, dass sie einige Schritte vor dem eigentlichen Gipfel innehielten. Viele Bergsteiger hielten sich seither an diese Tradition.

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