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Gujarat - Vielfalt wie in keinem anderen Bundesstaat

Ort: Nordwesten
Urlaubsart: Kultur | Natur | Bildung
Saison: Oktober - Februar

Wer nach Gujarat reist, hat oft schon viel von Indien gesehen oder ist auf der Suche nach dem etwas anderen Indien - was man hier auch mit Sicherheit findet. Gujarat ist verkehrstechnisch sehr gut gelegen und der Geburtsort Mahatma Gandhis. Neben Wüsten, Salzlandschaften sowie historischen Städten und heiligen Tempeln gibt es hier auch Nationalparks und Naturschutzgebiete mit den letzten asiatischen Löwen. Gujarat - so vielfältig wie kaum ein anderer Bundesstaat wartet darauf entdeckt zu werden.

Karte von Gujarat

Gujarat ist Indiens westlichster Bundesstaat und hat die längste Küstenlinie mit kilometerlangen Stränden am arabischen Meer. Im Nordwesten schon an Pakistan grenzend, reihen sich im Nordosten bis Südosten die indischen Nachbarstaaten Rajasthan, Madhya Pradesh und Maharashtra aneinander.

Die klimatischen Verhältnisse des Bundesstaates Gujarat im Nordwesten von Indien können nur schwer verallgemeinert werden. 

Während das Klima in den südlichen Regionen sehr tropisch und feucht ist, besteht der Norden zu großen Teilen aus einer Halbwüste und ist dementsprechend trocken. Das Arabische Meer und der Golf von Cambay, an die Gujarat im Westen grenzt, reduzieren die Temperaturen und machen das Klima entlang des ca. 1.600 km langen Küstenstreifens im Vergleich zu den anderen Teilen sehr angenehm. Darüber hinaus gelten auch in Gujarat die 3 typischen Jahreszeiten Indiens: Der Sommer von Februar bis Mai, die Monsunzeit von Juni bis September und der Winter von Oktober bis Februar.
Die entsprechenden Temperaturen und Niederschlagsmengen variieren dabei stark von Region zu Region. Im Allgemeinen zeichnet sich aber der Winter vieler Orts als beste Reisezeit aus.

Salzmarsch - Dieser Marsch von 78 Indern unter der Führung von Mahatma Gandhi begann am 12. März 1930 am Sabarmati Ashram in der Stadt und endete 24 Tage später in dem Dorf Dandi im heutigen Bundesstaat Gujurat am Arabischen Meer. Mit diesem Marsch, der ursprünglich das Salzmonopol der britischen Besatzer brechen sollte, begann der indische Unabhängigkeitskampf, der 1947 mit der Gründung eines unabhängigen Indiens geendet hatte.

Drachenfest - Bei diesem Fest im Verlauf des Makar-Sankriti-Festes steigen zahlreiche Drachen in allen Größen und Farben in dem Himmel auf. Das Drachenfest endet am nächsten Tag damit, dass man versucht, die Drachen der anderen vom Himmel zu holen.

Calico-Textilmuseum - In diesem Museum wird eine der weltweit umfangreichsten Sammlung von Textilen ausgestellt.

Kite Museum - In diesem Museum werden die verschiedensten Modelle alter und neuer Drachen ausgestellt. Die Stadt ist landesweit für sein Drachenfest bekannt.

Lalbhai-Dalpatbhai-Museum - Das Lalbhai-Dalpatbhai-Museum (LD-Museum) befindet sich in demselben Gebäude wie die Nc Mehta-Galerie. In dem Museum findet der Besucher indische Skulpturen, Bronzeexponate, Manuskripte,  Gemälde, Zeichnungen, Miniaturbilder, hölzerne Exponate, Glasarbeiten sowie Münzen.

Museumspavillons für Gandhi - Dieser kleine Museumspavillon auf dem Gelände des Sabarmati-Ashrams wurde von dem indischen Architekten und Stadtplaner Charles Correa (1930-2015) zwischen 1958 und 1963 errichtet. Hier im Ashram hatte am 12. März 1930 der legendäre Salzmarsch unter Leitung von Gandhi begonnen, der hier von 1917 bis 1930 gelebt hatte.

Nc Mehta-Galerie - Diese Galerie befindet sich in demselben Gebäude wie das LD-Museum und liegt in der Nähe der Gujarat University. Die Galerie ist bekannt für seine Sammlung von Miniaturmalereien, die aus dem ganzen Land stammen. Ein Highlight der Ausstellung sind die Chaurapanchasika, die von dem Kashmiri Dichter Vilhana verfasst wurde. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er sich in eine Königstochter verliebt hatte. Nachdem ihr königlicher Vater die Verse gelesen hatte, hatte er den Dichter nicht nur begnadigt sondern ihm sogar die Prinzessin zur Frau gegeben. Weiterhin erwähnenswert sind Ragmala Gemälde und Werke aus Westindien und dem Sultanat Scholl. Zudem findet man hier Bilder aus der Jain-Schule. Ihren Namen erhielt die Galerie nach Late Nanalal C. Mehta, der für seine von Miniaturmalereien bekannt war. Es gibt zudem viele Pre-Mughal Miniaturen und Skulpturen aus Gujarat und Rajasthan, die oft auf viele Jahre vor Christus zurückgehen. Auch Bronzeartefakte aus dem Mittelalter werden hier ausgestellt. Die Pläne zu dem Gebäude stammten von dem schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier.

Rani-Rupmati-Moschee - Diese Moschee wurde von dem siebten Sultan von Gujurat Mahmud Begadha (1458-1511) zu Ehren und zur Erinnerung an seine Ehefrau Rani Rupmati errichtet. Hier neben der Moschee befindet sich auch ihre Grabstätte - ein Gebäude auf dessen 32 Säulen sich eine Kuppel befindet. Sultan Mahmud Begadha war ihr zweiter Mann, vorher war sie mit dem sechsten Sultan verheiratet.

Sidi-Bashir-Moschee - Die Sidi-Bashir-Moschee wurde im Jahr 1452 unter der Herrschaft von Sultan Ahmed Shah, der von 1411 bis 1442 regiert hatte, fertiggestellt. Die Moschee besitzt eine große Besonderheit, da ihre beiden Minarette so miteinander verbunden sind, dass sie sich durch gegenseitiges Schwingen stabilisieren und damit einen Schutz vor Erdbeben bilden. Bis auf die beiden Minarette wurde die Moschee im Jahr 1753 durch den Mongolenkaiser Akbar (1542-1605), der die Stadt erobert hatte, zerstört.

Sabarmati Ashram - Dieser Ashram wurde im Jahr 1918 von Mahatma Gandhi nach seiner Rückkehr aus Südafrika gegründet. Hier hatte er anschließend bis zum Jahr 1930 gelebt. Am 12. März dieses Jahres hatte er von hier aus mit 78 Anhängern seinem legendären Salzmarsch begonnen. Seine Wohnung ist bis heute im alten Zustand erhalten und kann besichtigt werden. Der Ashram liegt ca. 6 km nördlich der Innenstadt Ahmedabads am Ufer des Sabarmati-Flusses. Es ist eine eher bescheidene eingeschossige Anlage.

Sidi-Sayyed-Moschee - Diese Moschee mit einer Fläche von rund 22 mal 12 m wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar, zumal sie von Hochhäusern umgeben ist. Sie wurde zwischen 1572 und 1573 von einem Abessinier im Gefolge eines Generals im Heer des letzten Sultans von Gujarat, Shams-ud-Din Muzaffar Shah III. - der zwischen 1490 und 1494 regiert hatte - im indo-islamischen Stil errichtet. Bedeutend und sehenswert sind ihre fein gearbeiteten Gitterfenster aus Marmor, darunter zwei besonders schöne Fenster mit einem Palmenmotiv.

Treppenbrunnen (Stufenbrunnen) - Diese Brunnen wurden als Wasserspeicher, aber auch als Aufenthaltsort während der größten Hitze errichtet: Dad-Hari-Brunnen befindet sich im Stadtteil Asarva und wurde 1499 errichtet. Man erreicht den Brunnen über drei Etagen. Bhavani-Brunnen stammt aus dem 11. Jahrhundert und befindet sich ebenfalls im Stadtteil Asarva. Zu dem Brunnen führen 52 Stufen hinab.

Utensilien-Museum - Dieses Museum wurde von Surendra Patel (1923-2006) - der Anfang der 1970er Jahre Direktor des neu geschaffenen Technologiebereichs der UNO in Genf geworden war – gegründet. Das Museum zeigt über 10.000 Gebrauchsgegenstände aus Indien. Darunter Kochgeschirre, Bestecke, Wasserkrüge und vieles mehr.

Gandhinagar ist die Hauptstadt des Bundesstaates Gujarat. Die Stadt hat rund 210.000 Einwohner. Gandhinagar ist zudem Verwaltungssitz des Distrikts Gandhinagar. Ihren Namen erhielt die Stadt zu Ehren von Mahatma Gandhi (1869-1948), der 2. Oktober 1869 in Porbandar in Gujarat geboren wurde. Außer dem Tempelkomplex Akshardham findet man hier keine weiteren Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen würden. Die sehr bekannte Hindu-Tempelanlage erstrahlt in einem hellen Rosarot (Pink) und gilt als eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Stadt und des Bundesstaates. Die Anlage wurde im November 1992 eingeweiht. Im Mittelpunkt des Komplexes befindet sich die Akshardham Mandir mit einer Höhe von 131 m und einer Länge von 240 m. Das Gebäude verfügt über 97 verzierte Säulen, 17 Kuppeln, 8 Balkone und 264 Figuren. Die Tempelanlage gehört der Religiongemeinscht "Swaminarayan sect", deren Gründer der Hindureformer Swaminarayan (1781-1830) war und zu dessen Ehren sie errichtet wurde. Der Tempel wird von üppig-grünen Gärten und wunderbaren Brunnen umgeben.

Ahmedabad ist die wirtschaftlich bedeutendste Stadt des Bundesstaates, besonders durch seine Baumwoll- und Textilindustrie, und hat mit rund 5,6 Millionen Menschen die meisten Einwohner des Bundesstaates. Die Stadt liegt am Ufer des Sabarmati. Hier haben u.a. die Ahnmedabad Universität, das Lalbai Dalpsbhai Institut of Indological Research sowie das renommierte Indian Institute of Management ihren Sitz. Ihren Namen erhielt die Stadt nach Sultan Ahmed Shah (Regierungszeit 1411-1442), der im Jahr 1411 die damalige Hindu-Stadt Asval zu seiner Hauptstadt ausgebaut hatte. Er hatte zudem im Jahr 1426 Ahmadnagar, das heutige Himatnagar gegründet. Ab 1572 gehörte Ahmedabad nach der Eroberung durch Akbar den Großen (1542-1605) zum mongolischen Reich. Das heutige Ahmedabad entstand u.a. nach Plänen so bedeutender Architekten wie des schweizerisch-französischen Le Corbusier (1887-1965), des US-amerikanischen Louis Khan (1901-1974) und der indischen Architekten Balkrishna Vithaldas Dosh (geb. 1927) und Charles Correa (1930-2015).

Palitana ist eine etwa 65.000 Einwohner zählende Stadt, die besonders wegen des Jain-Tempelkomplexes mit  seinen etwas weniger als 900 Tempeln aus dem 15. und 16. Jahrhundert auf den nahegelegenen Shatrunjaya Hills weithin bekannt ist. Die beiden Gipfel des Bergs sowie das dazwischen befindliche Tal sind von einer Mauer umgeben. Etwa 3.000 Stufen führen zum Gipfel - aber wer es sich leisten kann, für den steht auch eine Art offener Sänfte bereit. Diese Tempelanlage der Jainas ist das größte Tempelensemble von ganz Indien und jeder Besucher ist überwältigt von der Größe und Schönheit der Anlage. Erwähnenswert sind von den zahlreichen Tempeln u.a. der Vallabhai-Tempel aus dem 19. Jahrhundert oder der große Motsah-Tempel, der ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der heiligste Tempel der Anlage ist der Adinath-Tempel aus dem 16. Jahrhundert. Der doppelstöckige Adishvara-Tempel befindet sich auf dem Südkamm des Bergstocks. Auch der nahe gelegene der Ramanaji-Gandhara-Tempel ist sehr sehenswert, zumal man von hier aus auf die umgebende Landschaft und die tiefer gelegenen Tempel einen fantastischen Ausblick hat. Hinweis: Da es innerhalb der Tempelanlage verboten ist, zu essen und zu trinken, sollte man das Angebot, am Eingang etwas zu bekommen, unbedingt annehmen.

Die Jain-und die Hindu-Tempel sind im Grund architektonisch relativ ähnlich, besitzen aber dennoch einige charakteristische unterschiedliche Merkmale. So ist das Äußere der Jain-Tempel Gegensatz zu den Hindu-Tempeln eher schlicht gehalten – während es im Inneren einen großen Reichtum an Skulpturen gibt. Zudem ist die Cella häufiger nach allen vier Himmelsrichtungen hin offen. Allgemein kann man feststellen, dass die Jain-Tempel lichtdurchflutet sind. Das schließt aber nicht aus, dass sie auch über geschlossene Räume verfügen, wo die Gläubigen in Ruhe und ohne Ablenkung von außen meditieren können. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass es in den Jain-Tempeln keine Götterfiguren gibt, sondern nur die Figuren der verschiedenen Tirthankaras. Die Tirthankaras sind die geistigen Führer des Jainismus und gelten als Mittler zwischen der materiellen und der spirituellen Welt. In der heiligen Schrift Kalpa-Sutra der Jainas sind insgesamt 24 Tirthankaras verzeichnet. Mahavira, der 24. Tirthankara begründete im 6. Jh. v. Chr. den Jainismus während der 1. Tirthankara namens Parshvanata ca. 350 Jahre vorher gelebt haben soll.

Bhavnagar wurde im Jahr 1723 von dem damaligen Herrscher Bhavsinhji Gohil (1703-1764) gegründet. Die Stadt mit rund 595.000 Einwohnern ist heutzutage ein wichtiges Zentrum für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, wie beispielsweise mit Baumwolle sowie bekannt für seine Diamantenindustrie. Es gibt hier eine bedeutende Gedenkstätte für Mahatma Gandhi (1869-1948). In demselben Gebäude befinden sich außerdem das Barton-Museum und die Barton-Bücherei. Das Museum beherbergt u.a. eine Waffen- und Münzsammlung sowie diverse Schnitzereien. Die Bücherei aus dem 19. Jahrhundert beherbergt eine Reihe von Büchern und Manuskripten in verschiedenen Sprachen. Bhavnagar liegt rund 170 km süd-südwestlich von der Hauptstadt Gandhinagar entfernt.

Der Mount Girna ist ein 1.117 m hoher erloschener Vulkan. Der Berg ist für Hindus wie auch für Anhänger des Jainismus seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. ein heiliger Ort. Rund 4.000 Stufen führen Pilger und Besucher zum Gipfel. Auf halber Höhe findet man 15 Jain-Tempel, darunter den Neminath-Tempel der zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert errichtet wurde und dem 22. geistlichen Führer (Tirthankara) Neminath gewidmet wurde. Ihm gegenüber liegt der Mallinath-Tempel, der aus derselben Epoche stammt. Einige der Jain-Tempel sind ummauert und bilden eine Art Festung. Wer es geschafft hat, den Gipfel des höchsten Bergs von Gujarat zu ersteigen, wird mit einem herrlichen Blick auf die Umgebung und die Tempel weiter unten belohnt.
Auf dem Gipfel befindet sich auch ein Tempel, der der Hindu-Göttin Amba Mata gewidmet ist.

Patan liegt rund 120 km nördlich von Ahmedabad. Die Stadt hat rund 135.000 Einwohner. Beeindruckend ist der hiesige Treppenbrunnen Rani Ki Vav (Brunnen der Königin) aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Da der Brunnen  viele Jahre von Sand bedeckt war und erst in den 1980er Jahren freigelegt wurde, sind die Skulpturen an der Innenwand des Brunnens, die verschiedene Vishnu-Inkarnationen darstellen, noch sehr gut erhalten. Zudem findet man in Patan zahlreiche traditionelle Holzhäuser. Und nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass hier wunderschöne Saris in Ikat- und Doppelikattechnik hergestellt werden. Unter der Ikattechnik versteht man eine besondere Färbetechnik des Garns in verschiedenen Farben. Erwähnenswert ist, dass sich in einem der hiesigen Jain-Tempel eine Pflegeeinrichtung für Kleintiere befindet.

Der Sonnentempel von Modhera zählt mit zu den schönsten Tempeln von Gujurat und sogar von ganz Indien. Modhera liegt rund 110 km nördlich von Ahmedabad. Der Tempel mit seinem davor befindlichen großen See wurde zwischen 1026 und 1027 von dem Herrscher von Teilen des heutigen Gujurat Bhim Dev I. (Regierungszeit von 1022-1064) errichtet. Der Tempel thront auf einem steinernen Plateau und besitzt eine Vorhalle mit wunderbar gearbeiteten Säulen. Auf den Außenwänden findet man Darstellungen des auf seinen Pferden reitenden Sonnengottes Surya. Der Tempelsee wird von zahlreichen Figuren und Schreinen umgeben. Leider wurden Teile der Anlage durch Mahmud Ghazni (971-1030), einem Herrscher aus der türkischstämmigen Ghaznawiden-Dynastie, zerstört.



Der Blackbuck Nationalpark wurde im Jahr1976 eröffnet. Der Park umfasst eine Fläche von rund 34 km². Der Blackbuck-Nationalpark liegt etwas mehr als 40 km von Bhavnagar entfernt. Seinen Namen erhielt der Park nach dem Blackbuck (Hirschziegenantilope) und besonders zum Schutz dieser Antilopenart gegründet. Der Park wird von flachem und offenem Grasland geprägt. Der hier lebende seltene Indische Wolf jagt in der Hauptsache die Hirschziegenantilopen. Weitere erwähnenswerte Tiere, die hier vorkommen, sind u.a. Goldschakale, Nilgauantilopen, Rohrkatzen und Wildschweine. Auch die seltenen Flaggentrappen kann man hier finden.

Der Gir Nationalpark wurde 1975 gegründet und umfasst in seinem Kerngebiet eine Fläche von 259 km². Das Gir-Schutzgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 1.153 km² und mit dem angrenzenden Pania-Schutzgebiet sind es sogar 1.452 km². Im Nationalpark und seinem Umkreis findet man etwa 400 wildlebende Asiatische Löwen, es sind die einzigen in ganz Indien. Weiterhin leben hier 300 Leoparden und ca. 150 Streifenhyänen. Weiterhin leben in dem Park u.a. Axishirsche, Goldschakale, Hirschziegenantilopen, Hanuman-Languren (eine Affenart), Indische Gazellen, Lippenbären, Nilgauantilopen, Sambarhirsche, Sumpfkrokodile, Vierhornantilopen sowie Wildschweine. Zudem findet man hier etwa 250 verschiedene Vogelarten. Unter den Reptilien findet man hier u.a. Sumpfkrokodile, diverse Schildkröten, Warane sowie diverse Schlangenarten - darunter Pythons.

Der Golf von Kutch Nationalpark ist ein Meerespark im Golf von Kutch und wurde im Jahr 1982 eröffnet. Er umfasst eine Fläche von rund 163 km². Der Golf von Kutch ist eine Meeresbucht des Arabischen Meeres im Bundesstaat Gujarat, die eine Länge von über 140 km besitzt und bekannt ist für die extremen Wasserstände zwischen Ebbe und Flut. In dem Park befinden sich über 40 Inseln, von denen die meisten von Riffen umgeben sind. Die bekannteste Insel ist Pirotan mit einer Fläche von rund 0,5 km². Auf der Insel, die sich rund 12 km vor der Küste befindet, leben Angehörige der Parkverwaltung, der Leuchtturmwächter und nur wenige weitere Personen. Mit einer Tageslizenz der Parkverwaltung kann die Insel während der Flut besucht werden. Das Ökosystem des Parks ist sehr empfindlich und sollte wenig gestört weren. Man findet hier beispielsweise 70 verschiedene Arten von Schwämmen, 42 Arten von Hartkorallen und 10 Arten von Weichkorallen, Quallen und Seeanemonen. Weiterhin 27 Arten von Garnelen, 30 Krabbenarten, zudem Hummer, Garnelen und andere Krustentiere, Perlenaustern, Meeresschnecken, Octopusse Seesterne, Seegurken und Seeigel. Unter den Fischen findet man die sehr giftigen Kugelfische. Auch die riesigen friedlichen Walhaie leben hier und bilden für Taucher eine besondere Begegnung. Auch Meeresschildkröten leben hier. Weiterhin leben in dem Meerespark Seekühe, Glattschweinswale, Delfine, Tümmler, aber auch Blauwale,  Buckelwale und Pottwale. Flamingos leben hier in einer rund 20.000 Nester umfassenden Kolonie.

Der Nationalpark Vansda wurde im Jahr 1979 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 24 km². Der Park liegt eingebettet in den Western Ghats des Sahyadri Bereichs. Neben dem botanischen Garten findet der Besucher hier "Gira Falls" und das "Conservation Center". Auch ein Reh-Zuchtzentrum befindet sich hier. Interessante hier lebenden Tiere  sind neben anderen Dschungelkatzen, Fleckenmusangs, Fliegende Eichhörnchen, Hyänen, Languren, Leoparden, Muntjakhirsche, Rhesusaffen, Schuppentiere, Stachelschweine, Vierhornantilopen, Wildschweine und Zibetkatzen. Zudem leben hier über 150 verschiedene Vogelarten sowie Kobras, Kraits, die Russel`s Viper sowie Pythons. Erwähnenswert sind außerdem die vielen Insekten, darunter eine Reihe von Spinnenarten. Die beste Jahreszeit für einen Besuch ist nach der Monsunzeit  bis zum Winter, wenn die Wälder üppig grün und die Bäche wassergefüllt sind.

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